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ES GIBT EIN LEBEN NACH NORAH JONES
Fr 23.05.2008

Jazzpop mit Singer/Songwriterqualitäten: RYE am 3.6. im 3Raum, 20.30 Uhr, 7 Euro


 Die Berliner Sängerin Rye präsentiert Songs, die den Hörer unmittelbar berühren. Ihre Songs wärmen wie eine Lieblingsjacke und schaffen eine Atmosphäre, die zum Zuhören zwingt. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme dringt die Sängerin ins Ohr wie die Stimme einer besten Freundin, voll intensiver Gefühle und Zuneigung, voller Träume und Weisheit - und schaffen so ein Gefühl von großem Verständnis und Geborgenheit.


Alles begann, als Rye mit 15 Jahren in einer belgischen Hafenstadt auf die Fähre nach Dover wartete. Sie packt ihre Gitarre aus, fängt an zu singen, schließt wie immer die Augen und öffnet diese erst, als sie vom Applaus dutzender Reisender aus ihrer Selbstvergessenheit gerissen wird. Viele Jahre später ist sie zu einer Frau gereift, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.


Zwischen 1993 und 2006 hat Rye hat als Sängerin an verschiedenen Veröffentlichungen im Acid Jazz und NuJazz Bereich mitgewirkt, mit Bands wie z.B. Gamut Of Crime, einem coolen Londoner Acid Jazz/Pop Projekt, mit dem sie auf dem Song „Sleepwalking“ (1994) zu hören ist, und der vor allem in England sehr erfolgreich im Radio performt hat. Oder auf den Alben der Supreme Chord Jesters, einem Mitte bis Ende der 90er Jahre erfolgreichen Acid Jazz Projekt.

Mit den Projekten Brown, Smith & Grey und Concorde à L’Orange hatte sie zwischen 2000 und 2006 diverse Veröffentlichungen auf Audiopharm, Wagram, Ecco Chamber, Ministry of Sound und Sony.


Die Intensität ihrer Gefühle ist heute so stark wie eh und je. Jetzt aber strömen die Erfahrungen ihres Lebens durch sie hindurch und drängen mit Macht nach draußen. Charakteristisch ist ihr großer Optimismus. Rye: „Alles ist möglich, wenn man nur beginnt, es sich vorzustellen. Das Leben steckt voller Überraschungen und kann einem täglich einen Kick geben.“


Auf ihrem Debütalbum „My Reality“ (und vor allem auch live) paart sich hohe Eindringlichkeit mit einem wohltuenden Kribbeln, wie man es beim Betrachten alter Fotos verspürt. Die Echtzeit verlangsamt sich und die Hochs und Tiefs eines Lebens gewinnen neue Intensität. Rye erklärt: „Das ist, als ob man mit einer Lupe über eine Landkarte fährt. Einzelne Orte, Flüsse und Berge werden plötzlich ganz groß und verschwinden genau so schnell wieder, wie sie in den Blickpunkt gerückt sind.“ Diese Beiläufigkeit ermöglicht es, von großen Gefühlen zu sprechen und dennoch große Leichtigkeit zu verströmen. Rye zeigt sich dabei inspiriert von der Popmusik der 1960er Jahre, von den wunderschönen Balladen dieser Zeit, wie sie von Janis Joplin, aber auch den Rolling Stones, Led Zeppelin oder Jethro Tull gespielt wurden.


Rye’s musikalische Entwicklung ist seit über zehn Jahren von ihrer engen Zusammenarbeit mit dem versierten und vielfach ausgezeichneten Gitarristen Lothar Müller geprägt, dessen enorme Vielseitigkeit immer wieder fasziniert. In ihm fand Rye einen musikalischen Seelenverwandten und den perfekten Gegenpart, eine Kombination, welche die natürliche Chemie zwischen ihnen frei fließen lässt. Die symbiotische und gegenseitig stimulierende Form ihres Songwritings erklärt die magnetische Wirkung ihrer Musik und ihres Debütalbums „My Reality“. Denn Lothar Müller spielt auf der Gitarre, wie Rye gern spielen würde. Und Rye singt, wie Lothar gern singen würde. Das Ergebnis: Ein Duett aus Gitarre und Gesang, eine innige Umarmung von Instrument und Stimme.


Jeder Song entsteht in fast symbiotischer Zusammenarbeit. Entweder entwickelt Lothar Harmonien und Strukturen und Rye gestaltet seine Songidee mit Melodien, Text und Arrangement zum fertigen Song. Oder Rye schreibt einen Text und komponiert dazu am Klavier, bevor Lothar ihren Song für Gitarre und Gesang umschreibt. Oder sie verbringen einfach eine gute Zeit miteinander und komponieren einen kompletten Song zusammen. Egal, welchen Weg sie einschlagen, ihr musikalischer Output ist äußerst fruchtbar und zeichnet sich durch große Reife und hohe Intimität aus. Ihre Produktionsweise erlaubt, in die Töne quasi hineinzulauschen. Denn ihre Songs verlieren sich nie in Perfektion und glatter Oberfläche, sondern lassen die Musik intensiv spürbar werden. In seltener Eindringlichkeit hört man den Hauch ihres Atems am Mikrophon und spürt die Eleganz seines Fingerspiels auf der Gitarre.


Wer dem Debütalbum oder dem Duo live nur einmal genau zuhört, erkennt den einzigartigen Wert ihrer Songs sofort. Denn diese Songs sind so tiefgründig wie transparent. So hell und klar und golden wie ein strahlend blauer Tag im amerikanischen „Indian Summer“ , wenn alles zum Greifen nah scheint. Einfache Melodien, eindringliche Botschaften und wunderschöne Harmonien schaffen perfekte Popsongs: vielschichtig, filigran und intensiv.

www.girafe.biz                                                    www.myspace.com/ryesound

 

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